Unsere Druckwerkstatt war Gast bei der Veranstaltung „Kalk Kunst“ im Bürgerhaus Kalk. Peter, Patricia, Judith und ich öffneten die Türen zu “unserer” Werkstatt. Und wir hatten eine Mission: Menschen für den TetraPak-Druck zu begeistern. Also stellten wir nicht nur die Arbeiten unserer Gruppe vor, sondern auch Technik und Räumlichkeiten.
Die Erkenntnis
Die erste große Erkenntnis traf mich schon beim Aufbauen: wie viel Kunst wir eigentlich schon geschaffen haben! Normalerweise treffen wir uns freitags zum Drucken, jede*r arbeitet an einem Motiv, man tauscht sich aus, führt vor. Aber selten sieht man die Menge, die wirklich schon entstanden ist. Und vor allem: Wie gut man den jeweiligen Stil identifizieren kann, selbst wenn die Motive völlig unterschiedlich sind.
Die zweite Erkenntnis: Was für eine Aufwertung so ein Bild erfährt, wenn es plötzlich mit einem Passepartout im Rahmen hängt. Das sieht direkt so viel schicker und wertvoller aus!
Für mich bietet der TetraPak-Druck vor allem die Möglichkeit, vielfältige Motiv- und Materialexperimente durchzuführen:




Der Spaß
Als sich die Türen dann öffneten, ging unsere Mission richtig los.
Was mir an diesem Tag am meisten Spaß gemacht hat, war, den Leuten den TetraPak-Druck zu erklären und sie zu animieren, selbst kreativ zu werden. Es ist total spannend, die Unterschiede zu beobachten: Kinder sind anfangs oft kurz schüchtern, zeigen dann aber sofort ihre Kreativität. Sie machen sich gar nicht erst die Mühe, nach einer perfekten Vorlage auf dem Handy zu suchen. Erwachsene überlegen da schon eher, welches Ergebnis am Ende herauskommen soll. Alle aber sind völlig konzentriert und vertieft, wenn es dann an das Motiv-Ritzen, das Einschmieren mit Farbe und das vorsichtige Positionieren der Druckvorlage geht.
Über Motive rede ich am liebsten mit den Kindern. Ich glaube, ich ticke noch ähnlich. Wenn ein Kind einen Geist malt und ich frage: „Ist das ein guter Geist oder ein böser Geist?“, gibt es große Augen. „Ein Schlossgeist, ein Kellergespenst oder ein Klogeist?“ Ein Lächeln, kurzes Überlegen: „Ein Waldgeist!“ Es macht einfach Spaß, mit den Kids rumzuspinnen und gemeinsam eine Geschichte zu den Bildern zu erzählen.
Aber egal ob kindlicher freestyle oder nach Motiv, der beste Moment war für alle gleich: Diese absolute Überraschung und Freude, wenn sie das bedruckte Papier von der Vorlage abziehen und sehen, was sie da gerade unter der Presse hervorgekurbelt haben.
Am Ende vergingen die fünf Stunden wie im Fluge. Es hat sich eigentlich angefühlt wie auf einer richtig guten Party. Man nimmt sich Zeit für jeden Gast, alle sind gut drauf, und plötzlich ist die Zeit einfach rum.
Draußen im Hof war auch ordentlich was los. Die Veranstaltung war wirklich gut besucht. Und bei meinem kleinen Rundgang habe ich mir sogar selber noch einen schönen Risoprint gekauft: Anderleuts Kunst ist ja auch schön. Und macht sich hervorragend an meiner Wand.
Jetzt sitze ich hier als restlos glückliche Gastgeberin, mein Kiefer hängt noch etwas von der ganzen Quatscherei – und ich freue mich jetzt schon riesig auf die Öffnung der Werkstatt zum Weihnachtsmarkt!

