Seit einiger Zeit wache ich morgens viel zu früh auf. Vor meinem Wecker.
Eine innere Unruhe, die mich nicht weiterschlafen lässt. Alles, was ich tue, ist mich von links nach rechts zu wälzen und herunterzurechnen, wie viele Stunden ich eigentlich noch schlafen könnte. „Boah – du könntest noch eineinhalb Stunden schlafen…“ „Mensch, noch 45 Minuten. Das reicht doch noch, um wach durch den Tag zu kommen.“ Pure Selbstquälerei.
Stattdessen stehe ich jetzt seit zwei Wochen morgens auf, setze mich an den Zeichentisch und beginne mit Aquarelltutorials. Und weil sie so schön bunt sind und ich keinerlei Ambitionen habe, gut darin zu sein, da es mir nicht wichtig ist, fiel meine Wahl auf Vögel.
Es stellt sich raus: ich liiiebe frühe Vögel.
Ich bin wach genug, um einen Pinsel zu halten und Farben zu erkennen und gleichzeitig schläft der innere Kritiker noch und es ist völlig lattenhagen, ob das Bild nun richtig aussieht oder nicht!
Da beginnt die Freude am Malen. Und ich habe mich letztens sogar bei dem abendlichen Gedanken erwischt: „Hoffentlich wache ich morgen früh auf, damit ich den Vogel noch fertig malen kann“.
Ein weiterer Aspekt: ich hab noch genügend Energie. Das ist gerade nach einem Tag mit Sport, Arbeit, Haushalt und Orga nicht immer wirklich der Fall. Da fühlt sich Zeichnen manchmal nach einer weiteren Pflicht, einem Todo auf dem Zettel an.
So aber sitze ich fröhlich pinselnd mit meinem Kaffee am Tisch und erfreue mich an meinen bunten, gefiederten Freunden.
Das Experiment „frühe Vögel“ ist auf jeden Fall ein Erfolg.





